Jung & Schön (2013)

JUSIn meinem Augen enttäuschendes Pseudo-Arthouse, das weit unter seinem Potenzial bleibt. Die Geschichte: Kurz vor ihrem 17. Geburtstag hat die bildhübsche Französin Isabelle (Marine Vacth) im Sommerurlaub mit ihrer Familie ihr erstes Mal, ganz klassisch mit einem dahergelaufenen Deutschen am Strand. Es ist nicht der Hit. Kurz darauf wird sie unvermittelt Call Girl. Sie schläft mit jeder Menge reicher Geschäftsleute, dann kommt es zu einem traumatischen Erlebnis, ihr Doppelleben fliegt auf, ihre Mutter rastet aus und sie hört wieder damit auf, sich für Geld vögeln zu lassen. Trotzdem hängt es ihr nach und kitschige, altersgemäße Liebe ist auch weiterhin nichts für sie.

Gut, darüber Vacth in jeder zweiten Szene nackt zu sehen, kann man sich nicht beschweren. Auch die übrige Ästhetik des Films ist ganz nett, die Figuren lebensnah gezeichnet, aber psychologisch ist das Ganze trotzdem dünn: Die Mutter dominant, der leibliche Vater weg, dafür wird ein Kunde zu so etwas wie einer Vaterfigur. Nebenbei entdeckt auch noch der kleine Bruder seine Sexualität, hat die Mutter eine Affäre mit ihrem Schwager, begegnen sich Isabelle und ihr Stiefvater mehrmals nackt. Alles irgendwie abgegriffen und voller Klischees. Zum Beispiel kurz vor dem Wendepunkt, da dachte ich: „Jetzt bitte nicht …!“, aber dann passiert es. Der Film erklärt wenig, erzählt nüchtern, ein Stilmittel, das hier wie intellektuelle Effekthascherei wirkt. Im Grunde ist „Jung & Schön“ ein biederer Film, den man sich sparen kann.

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